Was bleibt von Jobs?

Friedrich Küppersbusch in der taz zu Apple ohne Steve Jobs:

Jobs ist der Typ, der sich mit seiner Firma verkracht, bescheuerte Ideen auftischt und seine Inspiration vor den Controllern beschützt. Das könnte viele Unternehmen bei der Personalauswahl zum Umdenken einladen.

Posted in deliberator | Tagged , , , , , | Leave a comment

Regeln für Autofahrer

Europa hin oder her, man kann nicht einfach eine kleine italienische Parkscheibe in Deutschland einsetzen, fand das Brandenburgische Oberlandesgericht. Da muss man schon eine große deutsche nehmen, berichtet die Stiftung Warentest und fragt:

Haben Politessen südlich der Alpen nun bessere Augen oder bessere Brillen?

Posted in deliberator | Tagged , , , | Leave a comment

»Warum auch sachlich bleiben?«

Schon ein paar Tage alt, aber nicht weniger war. Eine Kommentierung der deutschen Reaktionen auf die Attentate in Norwegen in der ZEIT:

Doch warum den gewohnten Pfad verlassen, der sich seit 9/11 als so bequem und eingängig erwiesen hat? Warum über etwas anderes nachdenken als bombende Muslime? Warum über menschenverachtenden Rechtspopulismus und seine Protagonisten (auch in Deutschland!) reden, wenn man mal wieder die Vorratsdatenspeicherung fordern kann? Dieses für Norwegen so grausame Wochenende hat einmal mehr gezeigt, wie reflexhaft und substanzlos in Deutschland oft debattiert wird.

Lesenswert auch der Anfang des Artikels. Hätte die USA so wie Norwegen auf den 11. September 2001 reagiert, hätten sie heute einen Grund, Stolz auf sich zu sein.

Posted in Bürgerrechte, Rechtsstaat | Tagged , | Leave a comment

»Mut zur Lücke«

Jochen Mai mal wieder sehr schön:

Die Datenautobahnen sind voll von Menschen, die schon im Straßengraben liegen oder nicht mal Straßenschilder lesen, anderen aber den Weg erklären wollen. Ich sehe das anders, deshalb muss der Autor ein Idiot sein, lautet das Motto der meist unentdeckten Bescheidwisser, Phrasendreschflegel und anonymen Heißluftverbläser, die jeden Andersgedanken solange zurechtdengeln, bis der in ihr Weltbild passt.

Der ganze Artikel ist des Lesens wert.

Posted in Netz | Tagged , | Leave a comment

„The good, the bad, and the ugly of Google Plus“

Lesenswerter Artikel zu Google+:

It’s instructive to compare and contrast Wave with Google Plus. (…) They have learned from experience. (…) It’s a massive advertiser’s honeypot. (…) If I’m using circles for privacy, I don’t want items to be reshared.

Posted in Datenschutz, Netz | Tagged | Leave a comment

delicious days

 

Selten hatte ich ein Kochbuch wie dieses, dessen Rezepte mich durchweg so überzeugt haben, weil sie auf Anhieb gelungen sind und das Ergebnis schmeckt. Darüber hinaus ist delicious days ein gekonnt gestaltetes Buch mit schönen Fotos. Und es ist die gedruckte Fortsetzung des ebenso emporzuhebenden Kochblogs delicousdays.com.

Hinter beiden Projekten steht die Müncherin Nicole Stich unterstützt durch „co-author, co-photographer und technical genius“ Oliver Seidel. Beeindruckend war schon im Blog die Qualität der Texte und auch der Fotos. Das Buch dokumentiert das erneut. Auch hier war vor allem Stich selber beteiligt („Gestaltung & Layout, Cover, Fotos“). Die Fotos sind ohne Stylisten und viel Gedöhns produziert und doch irgendwie runder, als in vielen anderen Kochbüchern. Und das Allround-Können zeigt auch Früchte: Vom Hobby hat sich das Blog mit seinen Nebenprodukten zur Hauptbeschäftigung der Autorin gemausert.

Nach der layouterischen Schwärmerei auch noch zu ein paar Rezepten, die in nicht optimalen Kochsituationen helfen. Wenn es mal schnell gehen muss, rettet die leckere Notfall-Pasta (Spaghetti, Limette, Chili, Parmesan, Olivenöl). Darüber hinaus ist es immer wichtig, dass in den Kochbüchern auch einiges für Herbst und Winter drin steckt. Wenn es wenig frische Dinge gibt, ist Kochen oft eine Herausforderung.  Das Buch bietet da einiges, beispielsweise die aromatische Safran-Kartoffel-Suppe mit Ingwergarnelen. Auch großartig und total fluffig sind die Ofenpfannkuchen mit Äpfeln. Nicht zu vergessen die großartigen Guten-Morgen-Muffins mit Haselnüssen, Möhre, Apfel, Rohrzucker und Sonnenblumenöl. Von den im Moment saisonal passenden Rezepten fange ich erst gar nicht an, sie sind in einer Vielzahl vertreten. Die Rezepte machen einen raffiniert optimierten Eindruck. Bei manchen wir die Anzahl der Versuche, die es bis zur finalen Version gebraucht hat, nicht niedrig gewesen sein.

Wer noch eine Geschenkidee für einen kochenden Mitmenschen sucht: dieses Buch ist die Lösung. Und für das eigene Regal Pflicht. Mittlerweile gibt es bereits ein zweite Buch von Nicole Stich. Das muss ich mir dringend mal besorgen. Aber jetzt erstmal noch was neues aus diesem probieren, vielleicht Tomatensugo mit Fenchel. Ist ja gerade voll Tomatensaison …

(Eine schicke Rezension gibt es auch bei NutriCulinary.)

Nicole Stich: delicious days, 216 S., 2008, Gräfe & Unzer, ISBN 978-3-8338-1222-4

 

PS: Das Buch scheint schon im Abverkauf zu sein. Da kann man jetzt schnell ein richtiges Schnäppchen machen.

 

Posted in Kochbuch, Kochkunst, Netz | Tagged , , , | Leave a comment

Exportschlager

Hier noch ein Unionswähler? Dann bitte hier klicken: Deshalb müssen wir Panzer an Saudi-Arabien verkaufen

Posted in deliberator | Tagged , , , , , | Leave a comment

Besser kochen mit Jamie

Das erste Mal ist mir Jamie Oliver in Form seiner Bücher 2003 in einer Londoner Buchhandlung über den Weg gelaufen. Nachhaltiger war die zweite Begegnung, als ich ihn wenig später im britischen Fernsehen sah: er war irgendwie eigen, wirkte jung, flippig, manchmal übertrieben. Und im deutschen Fernsehen wirkten die Sendungen durch die damalige Syncronstimme richtig schlimm. Da ist Tim Mälzer – die deutsche Antwort auf Jamie Oliver – dagegen leichter zu ertragen.
Mittlerweile – und viele seiner Sendungen und Kochbücher später – hat sich meine Einstellung extrem ins Positive geändert. Toll finde ich die Alltagstauglichkeit seiner Rezepte. Man muss nicht durch vier Läden, um zwanzig Zutaten zusammenzubringen. Sondern es lassen sich mit wenigen Dingen sehr leckere Sachen kochen, ohne weiteres auch an einem normalen Arbeitstag. Und viele Sachen sind auch familientauglich.
Jamie Oliver ist heute auch ein erfolgreiches Geschäftmodell. Alle Jahre (mindestens) kommt ein neues Kochbuch raus, dazu gibt es in diversen Ländern die passende Fernsehserie. Und neben der Maschinerie eröffnet er immer wieder neue Restaurants. Und trotzdem: Das Produkt stimmt und hat –  das ist das Verwunderliche – Authentizität. Und sein Engagement für bessere Ernährung von Schulkindern in England ist beeindruckend.

Weil er im Moment mein liebster Kochbuchproduzent ist, werden ich hier nach und nach seine Werke vorstellen. Heute geht es um das 2007 auf deutsch erschienene »Besser kochen«. Das is bereits sein siebtes Buch gewesen. Und es war das erste Buch, dass er als Grundkochbuch bezeichnete. Neben Rezepten enthält es also auch Küchenkunde. Die Aufmachung innen ist üblich für seine Bücher: ganzseitige Fotos wechseln sich mit Rezeptseiten ab. Die Kapiteleinführungen und die Seiten mit Küchenkunde sind textlastig. Bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet man nicht, vermisst sie aber auch nicht. Der Schreibstil ist lässig, aber angenehm und verständlich.

Zu den Rezepten. Eher was winterliches ist das „Herrlich zarte Kaninchenragout mit den besten Klößen der Welt“, letztere werden auf das Ragout gesetzt und fungieren als Deckel. Lecker! Ein Höhepunkt sind die „Gebratene Jakobsmuscheln mit Linsen, knusprigem Speck und Zitronen-Crème-fraîche“: leicht zuzubereiten und extrem schmackhaft. Viele andere Rezepte klingen simpel, haben aber einen besonderen Dreh, wie „Panierte Schweineschnitzel mit Brunnenkresse und würziger Apfelsauce“. So lange es noch grünen Spargel gibt, lohnt sich in jedem Fall das „Gegrillte Hähnchen mit neuen Kartoffeln, Spargel, Joghurt und Kräutern“. Appetit bekommen?

Jamie Oliver: Besser kochen mit Jamie, 448 S., 2007, Dorling Kindersley Verlag, 26, 90 €, ISBN 978-3-8310-1031-8

Posted in Allgemein | Tagged , , | Leave a comment

Seeschlacht

Ein Anwalt aus Düsseldorf kauft den gesamten Wandlitzsee in Brandenburg, führt Prozesse gegen Anwohner und verhöhnt den Bürgermeister. Die Geschichte einer Eroberung.

Lesenswerter Artikel über gesamtdeutsche Mentalitäten.

Posted in deliberator | Tagged , , , , | Leave a comment

Innenansichten aus westdeutschem Knast

Lesenswert im law blog:

Einer der unbequemsten Gerichtsreporter Deutschlands, Rolf Schälike, war im Knast. Fünf Tage saß er “freiwillig” im Hamburger Gefängnis, weil er sich weigerte, ein Ordnungsgeld in einem seiner vielen Prozesse zu bezahlen.

»Sie sind Scheiße«

Posted in deliberator | Tagged , , | Leave a comment

Die Amöbe wird 90

Prinz Philip, der Gatte der englischen Queen feiert Geburtstag. Das er prägend für die Texte von Monty Python wirkte, beweist die Aufstellung seiner besten Sprüche bei der Süddeutschen.

Posted in Kabarett | Tagged , , , | Leave a comment

Nimm zwei – erst frei ab 18

Foodwatch-Video zu Werbelügen:

Posted in deliberator, Lebensmittel | Tagged , , , , , , | Leave a comment

Weniger ist mehr

Eine US-Ärztevereinigung hat eine Liste von unnötigen Behandlungen zusammengestellt. Die Süddeutsche hat einen lesenswerten Artikel dazu. Hier nur einer von vielen Punkten:

Entzündungen der Nebenhöhlen sollten erst mit Antibiotika behandelt werden, wenn eitriger Ausfluss und starke Schmerzen länger als sieben Tage anhalten.

Posted in deliberator | Tagged , , , | Leave a comment

Kinder-Apps

Wie soll man das finden?

Posted in deliberator | Tagged , , , , , | Leave a comment

Essen ist Heimat

In der dieswöchigen Ausgabe der ZEIT liegt die lesenswerte Beilage ”Mahl Zeit” bei:

Obst vom Bauern, Kräuter vom Balkon, Fleisch aus der Region: Die Herkunft des Essens ist den Deutschen heute so wichtig, wie nie. Was bringt die neue Kost?

Gibt’s nur auf Papier.

Posted in Kochkunst | Tagged , | Leave a comment

Trinkt mehr Leitungswasser

Es muss nicht von stinkenden LKWs aus der Eifel, Italien oder Übersee herangekarrt werden. Mann muss es nicht beim Einkaufen mitschleppen. Es kommt direkt ins Haus. Ist immer verfügbar. Und extrem preiswert. Trinkwasser aus dem Hahn. Und trotzdem verkauft sich Mineralwasser. Die ARD-Fernsehsendung Wissen vor 8 hat schlüssig zusammengestellt, wie absurd das ist. Kleiner Ausschnitt:

  • Leitungswasser ist das hierzulande am stärksten kontrollierteste Lebensmittel
  • Die Mineralien die im Mineralwasser stecken, führt man sich auch durch Nahrung zu
  • Profiverkoster können zwischen den Mineralwässern kaum Unterschiede herausschmecken, die annähernd den Preisunterschied rechtfertigen würden
  • vier bis fünf Großunternehmen beherschen den internationalen Mineralwassermarkt

Fazit:

»Verrückt oder? Wasser aus der Flasche ist ca. 300 – 1000!!! x so teuer wie Wasser aus dem Hahn. Wasser ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir uns durch Werbung und Marketing beeinflussen lassen.«

Posted in deliberator, Kochkunst, Weltverbesserung | Tagged , , , , , , , , , | Leave a comment

»Und wie scrollst du vor und zurück?«

Mal kein Kochbuch:

Lane Smith: Das ist Buch! 40 S., 2011, Sanssouci, 6,90 €, ISBN 978-3-8363-0276-0

Posted in deliberator | Tagged | Leave a comment

Das Winterkochbuch

»Kaufe regional und saisonal« – hält man sich an diese oberste Direktive, ist es mit dem kochen im Winter nicht einfach. Kurz bevor der Frühling einkehrt, noch mal schauen, ob die Fachliteratur weiterhilft: das Winterkochbuch. Die Autorin Jane Lawson ist Köchin in Sydney. Nicht der Ort, den ich mit Winter verbinde. Passender zu meiner Assoziationskette ist ein anderes Werk von Lawson: BBQ Food for Friends, für das sie 2003 den Gourmand World Cookbook Award bekam. Aber zurück zum Winter.

Die Gestalter des Buches wollten es nicht nur bei winterlichen Rezepten belassen und haben kurzerhand ein gewisses Schmuddelwetter-Layout geschaffen. Bei den 120 Rezepttexten führt das zu einer grau-weißen, winterlichen Kontrastarmut. Darauf kann man verzichten.

Die Rezepte selber sind nichts für Kochneulinge, sondern eher etwas aufwändiger (und hochwertiger). Ausnahmen bestätigen die Regel: z. B. die leicht-fluffigen Buchweizenblini mit verschiedenen Beigaben gelingen bei ein wenig Teigerfahrung leicht und sind auch für Kinder bestens geeignet.

Backprofis können sich am Teig für einen Kirschstrudel versuchen – ich habe lieber auf fertige Yufka-Platten zurückgegriffen. Süß-Warmes gibt es auch in flüssigen Varianten, als Holunderpunsch mit Gin und Zitrone oder selbst gerührte heiße Schokolade mit Mandeln.

Etwas zu aufwendig für das entstehende Geschmackserlebnis sind die Kartoffel-Wraps mit Räucherlachs und Gurken-Relish. Ein gutes Mühe-Geschmackserlebnis-Verhältnis bietet hingegen das zarte in Milch geschmorte Schweinefleisch mit Polentakruste.

Fazit: Ein Winterkochbuch, das in der kulinarisch schwierigen Jahreszeit Spaß macht, wenn man ein bisschen Zeit mitbringt. Für die Feierabendküche werktags sollte man eher auf andere Dinge zurückgreifen. Und bald ist ja Frühling. Und in ein paar Monaten könnten wir dann mal auf das BBQ-Buch von Lawson antesten.

Jane Lawson: Das Winterkochbuch, 290 S., 2009, Christian Verlag, 32,90 €, ISBN 978-3-88472-947-2

 

Posted in Kochbuch | Tagged , , , | Leave a comment

Krawattentag

Hat meinen Tag gerettet: Die abschneidebereite Krawatte zum Ausdrucken von SWR3.

Posted in deliberator | Tagged , , , | Leave a comment

Mälzer & Witzigmann

Zwei der Starköche Deutschlands haben gemeinsam ein Kochbuch veröffentlicht: »Jahrhundertkoch« Eckart Witzigmann und »Küchenbulle« Tim Mälzer. Das Format ist etwas größer als die Jamie Oliver-Bücher, das Papier dick. Wie üblich bei Kochbüchern für den Massenmarkt nehmen Fotos mehr Fläche ein als die Rezepte. Und dazwischen sind zotige Einwürfe der beiden Köche eingestreut.

Ich kann damit nichts anfangen. Die Rezepte sind in ihrer Zusammenstellung ähnlich inspirierend wie eine Kochschule. Sie kokettieren damit, auf einer Doppelseite die Zubereitung eines hartgekochten Eies zu erklären. Die Dessertrubrik ist sehr kuchenlastig.

Eines der wenigen Kochbücher, die ich wieder weg lege, ohne etwas daraus zu kochen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit den beiden Autoren nicht warm werde. Aber wer Fan von nur einem der beiden ist, will auch dieses Buch haben.

Tim Mälzer, Eckard Witzigmann: Mälzer & Witzigmann, 272 S., 2010, Mosaik bei Goldmann, 19,99 €, ISBN 978-3442391950

Posted in Kochbuch | Tagged , , , | Leave a comment